Sparplan: Was Sie zur Steuer und Steuererklärung wissen sollten

Steuern? Ja, vom Thema der Steuern bleiben Sparplan Anleger leider nicht verschont. Zum Glück wird der Prozess der Besteuerung großteils automatisch erledigt, sodass ein Anleger nicht viel tun braucht und die Steuererklärung nur in wenigen Fällen nutzen muss. Dieser Artikel gibt einen groben Überblick über die möglichen Steuern für deutsche Anleger und erbringt keine Steuerberatung. Für die individuelle Berücksichtigung der steuerlichen Situation ist der Gang zu einem Steuerberater nötig.

Interessante Punkte für Sparplananleger umfassen unter anderem: Kapitalertragssteuer, Freibetrag, Quellensteuer und die Reform des Investmentsteuergesetzes ab 01.01.2018.

 

Kapitalertragssteuer (Abgeltungssteuer):

Auf sämtliche Kapitalerträge (d.h. Kursgewinne, Dividenden und Zinsen) wird eine Kapitalertragssteuer fällig. Diese wird meistens auch direkt von der jeweiligen Depotbank des Anlegers abgeführt, zumindest bei deutschen Depotbanken. Ist das nicht der Fall, kann der Weg über die Steuererklärung nötig sein. Bei Kursgewinnen wird diese Steuer derzeit mit der Veräußerung der Anteile fällig. Bei Dividenden, Zinsen und Ausschüttungen derzeit zum Zeitpunkt der Ausschüttung an den Anleger.

Die Kapitalertragssteuer beträgt ohne Kirchensteuer, aber einschließlich Solidaritätszuschlag, ca. 26,38%. Mit einer 8%igen Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag beträgt Sie ca. 27,82% und mit einem 9%igen Kirchensteuersatz ca. 28,00%, einschl. Solidaritätszuschlag (Quelle).

 

Freibetrag:

Der Freibetrag, auch als Sparer-Pauschbetrag bezeichnet, beträgt aktuell 801€ pro Jahr, bzw. 1602€ für Eheleute. Nur Gewinne, die über dieser Grenze hinausgehen, werden auch tatsächlich versteuert. Damit der Freibetrag in Anspruch genommen werden kann, sollte ein Freistellungsauftrag an die jeweilige Depotbank gestellt werden, damit diese automatisch den Freibetrag bei der Versteuerung der Gewinne berücksichtigt. Andernfalls wird die Steuer einbehalten und kann ggf. nachträglich über die Steuererklärung wieder verrechnet werden. Ein Freistellungsauftrag kann auf mehrere Banken verteilt werden und muss daher nie die volle Summe ausschöpfen, sollte das aber natürlich möglichst sinnvoll tun. Die Formulare für einen Freistellungsauftrag stellt normalerweise die Depotbank zur Verfügung, ansonsten gibt es auch Blanko-Formulare im Internet. Bei den meisten Online-Banken kann man den Freistellungauftrag mittlerweile auch bequem online ändern.

 

Quellensteuer:

Fast jedes Land führt eine sogenannte Quellensteuer auf Dividenden und Zinsen ab. In Deutschland ist die Kapitalertragssteuer ebenfalls eine Quellensteuer für ausländische Investoren. Das bedeutet wiederum für deutsche Anleger: Bei Investments in ausländischen Aktien kann automatisch eine Quellensteuer in diesem Land auf anfallende Dividenden und Zinsen abgeführt werden. Hat Deutschland mit diesem Land ein Doppelbesteuerungsabkommen, so kann die Depotbank die bereits im Ausland gezahlte Quellensteuer teilweise oder ganz auf die deutsche Kapitalertragssteuer anrechnen. Falls dies nicht möglich ist, kann man mit einem Formular vielleicht einen Teil zurückholen (Achtung: Hier können zum Teil erhebliche Gebühren von den Depotbanken erhoben werden). Dies gilt in der Regel für Einzelaktien. Fonds und ETFs kümmern sich selbst um das Zurückholen von zu viel gezahlten Steuern.

 

Reform des InvestmentSteuerGesetzes ab 01.01.2018:

"Mit der Reform der Investmentbesteuerung verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die Besteuerung von Investmentfonds und Anlegern zu vereinfachen und leichter handhabbar zu machen.", so der Text aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums.

Die Reform des InvestmentSteuerGesetzes (InvStG) gleicht zwar die Besteuerung für Fondsanleger in vielerlei Hinsicht an, macht aber auch die Berechnungen zum Teil etwas komplizierter. Vor allem die sogenannte Vorabpauschale bei thesaurierenden oder teilausschüttenden Fonds, die Anlegern direkt von Ihrem Depotkonto abgezogen wird, kann bei Anlegern für Unmut sorgen. Denn ist auf dem Depotkonto kein Geld, so wird eine Mitteilung an das Finanzamt geschickt, ein unnötiger Prozess. Immerhin: Für Anleger ausländischer thesaurierender Fonds, die bisher über die Steuererklärung eine Doppelbesteuerung vermeiden mussten, ändert sich der Prozess zum Positiven.

Welche Änderungen genau eingeführt werden und wie diese umgesetzt werden, wird in dieser Broschüre vom BVI genau erklärt.

Hinweis: Statt eines thesaurierenden Aktien-ETF kann zukünftig ein Sparplan auf einen ausschüttenden Aktien-ETF mehr Erträge bringen, sofern die Ausschüttungen den Freibetrag nicht übersteigen. Berechnungsbeispiele hierzu werden sicherlich bis zum Ende des Jahres folgen.

 

Sonderfall Bitcoins:

Haben Sie einen Bitcoin Sparplan? Wie Sie Gewinne aus Bitcoins versteuern, erfahren Sie hier.

 

Lesen Sie auch:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0