Private Altersvorsorge mit Wertpapieren (ETFs, Fonds & Aktien): 3 Möglichkeiten für Dich

Private Altersvorsorge: Rentner genießen das Meer auf einer Bank
Damit Du Deinen Ruhestand genießen kannst.

Altersvorsorge? Zugegeben, nicht gerade das spannendste Thema. Für Dein Leben ist es jedoch ein enorm wichtiges Thema, mit dem Du Dich besser früh als spät beschäftigen solltest. Warum? Die Antwort findest Du weiter unten im Artikel.

So sparen die Deutschen für die Altersvorsorge (oder auch nicht)

Eine Umfrage im Auftrag der Commerzbank ergab kürzlich, dass sich bei uns in Deutschland im Bundesschnitt nur etwa jeder vierte ausreichend für das Alter abgesichert fühlt. In manchen Bundesländern, wie Thüringen, ist es sogar gerade mal etwa jeder zehnte. Immerhin: Etwa die Hälfte in Deutschland sorgt privat für das Alter vor. Das bedeutet aber auch, dass die andere Hälfte nicht vorsorgt. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie von Fidelity International.

Lebensversicherung, Rentenversicherung und Riesterrente sind dabei äußerst beliebt, obwohl die Zinserträge nahezu bei null liegen. Verbraucherschützer bemängelten vor kurzem, dass gerade die so beliebte Riesterrente "fast immer zu teuer" sei. Auch die Kapital Lebensversicherung ist laut Verbraucherzentrale "nur noch ganz selten sinnvoll". Eine Studie von Pioneer Investments untersuchte vier verschiedene Modelle, die Ergebnisse sind ziemlich ernüchternd.

Die Versorgungslücke im Alter betrifft vor allem junge Leute (obwohl sie noch jung sind)

So paradox es klingt: Die Nachteile der klassischen Altersvorsorge Möglichkeiten sind gar nicht so schlimm für diejenigen, die bereits im mittleren oder höheren Alter sind. Denn diese haben vor der Finanzkrise lange von sehr guten Zinsen gelebt. Besonders trifft es dabei uns junge Leute im Alter zwischen 20 und 34 Jahren. Laut dem Vorsorgeatlas Deutschland fehlt uns (nach heutiger Kaufkraft berechnet) später im Alter monatlich ein Betrag von 800€.

 

Die Gründe, gar nicht vorzusorgen, liegen laut der Commerzbank Studie vor allem am mangelnden Vertrauen in Versicherungen und Banken. Außerdem an mangelnder Flexibilität, denn das Geld könnte man ja früher benötigen. Gerade Versicherungspolicen sind aber sehr langläufig und kündigt man vorher, ist entweder alles oder ein großer Teil des Geldes weg.

 

Genau diese Kritikpunkte sind die größten Vorteile der modernen Anlageformen, wie Wertpapier Sparplänen. Zu den Vorteilen der hohen Flexibilität und der geringen Kosten, kommen die mittlerweile fast einzig sinnvollen Renditen, die sich uns Anlegern bieten. Gerade auf lange Sicht, wie bei der privaten Altersvorsorge, sind Wertpapiere (ETFs, Fonds, Aktien) daher sehr interessant.

Darum lohnt es sich, möglichst früh mit der privaten Altersvorsorge anzufangen

Vor allem wenn Du noch jung bist, lohnt es sich, möglichst früh mit der privaten Altersvorsorge anzufangen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales empfiehlt, auch mit kleinen Beträgen bereits in jungen Jahren anzufangen. Dank des sogenannten Zinseszinseffektes kommt dadurch trotzdem ein ordentlicher Batzen zusammen. Mit Wertpapiersparplänen kannst Du ab 25€ (teilweise sogar bereits ab 10€) im Monat anfangen, privat für das Alter vorzusorgen.

 

Das Prinzip ist mit Sparplänen immer das gleiche: Du zahlst monatlich (automatisch per Lastschrift) auf ein Depot/Konto ein. Die Bank oder der Vermögensverwalter (später mehr dazu) legt dann das Geld automatisch in Dein Wunsch Wertpapier an. Das kann ein ETF sein, ein Fonds, eine Aktie oder auch ein ganzes Portfolio aus verschiedenen Dingen. Das angelegte Geld arbeitet nun vor sich hin und erzielt eine Rendite an den Kapitalmärkten. Wie hoch die Rendite ist, weiß man vorher nicht. Allerdings gibt es gewisse wiederkehrende Muster in den Kursschwankungen. Daraus kann man schließen, dass in der Zukunft ähnliche Werte auftreten können. Die historischen durchschnittlichen Renditen des Deutschen Aktienmarktes (DAX) findest du zum Beispiel hier.

Lese hier mehr über Sparpläne.

3 Möglichkeiten, mit Wertpapiersparplänen privat für das Alter vorzusorgen:

1. Do-It-Yourself

Selbst Geld anzulegen ist heute wirklich nicht mehr schwierig, zum Glück. Du kannst alles bequem online von zuhause erledigen. Hierfür benötigst Du ein klein wenig Neugier, Interesse und Zeit. Aber weniger als Du wahrscheinlich denkst! Idealerweise liest Du Dich zunächst in das Thema ein und informierst Dich ausgiebig über die verschiedenen Wertpapiere. Dann darüber, wie Du Dein Portfolio zusammenstellst und wo Du anschließend Dein Depot eröffnest.

 

Zum Einstieg empfehle ich zwei Bücher. Zum einen ist das Gerd Kommer's "Souverän investieren", in dem er sein ETF Weltportfolio empfiehlt und sehr konkrete Tipps und Anleitungen gibt. Ja, das Buch kostet einen Taler mehr, aber es lohnt sich wirklich. Es ist nicht umsonst ein absoluter Bestseller. Zum anderen ist das Robert T. Kiyosaki's "Rich Dad Poor Dad". Das hat nicht direkt etwas mit Altersvorsorge und ETFs oder so zu tun. Dafür ist es günstig, liest sich schnell und motiviert ungemein. Außerdem trägt es zu einem besseren Verständnis beim Umgang mit Geld allgemein bei, was letztlich auch deinen Finanzen zu Gute kommt.


Mehr über die besten Finanzbücher kannst Du hier nachlesen.

Informationen darüber, was ETFs, Fonds und Aktien eigentlich sind, findest Du hier:

Weitere Infos zur ETF-Auswahl findest Du hier:

Im Idealfall hast Du Dich für deine Private Altersvorsorge nun schon bereits um folgende Dinge gekümmert:

  • Du weißt, welche Wertpapiere es gibt und wie sie ungefähr funktionieren
  • Du weißt, dass es Kapitalmärkte und Kurse gibt und dass der Wert der Anlagen daher schwankt und es ein Risiko gibt
  • Du hast bereits konkret eine Idee für Dein Portfolio

Nun brauchst Du eigentlich nur noch ein Depot, um Deine Idee live umzusetzen. Eine Auswahl der, meiner Meinung nach, besten 5 Broker findest Du hier:

Vorteile Do-It-Yourself Nachteile Do-It-Yourself
-Höchste Flexibilität

-Volle Versteuerung (Kapitalertragssteuer abzgl. Freibetrag)

-Sehr geringer Kostenfaktor -Kapitalmarktrisiko, keine Garantie
-Individuelle Anpassungen möglich -Knowhow & Zeit notwendig
-Misch Portfolio möglich -Keine staatliche Förderung
-Pausieren / Auflösen, wie Du willst -Menschliche Fehler möglich

2. myPension

Wenn Wertpapiersparpläne modern sind, ist myPension (und auch Robo Advisor) quasi das neueste vom neuen. Alle, die weder die Muße, noch die Zeit, noch die Lust haben, das Do-It-Yourself Verfahren umzusetzen, werden hier fündig. Im Prinzip macht myPension genau das, was Du auch selbst machen könntest, nur viel einfacher. Dafür zahlst Du natürlich eine kleine Gebühr mehr, musst Dich aber auch um nichts kümmern. MyPension bietet weiterhin einen großen Steuervorteil.

 

So funktioniert myPension:

Zunächst berechnest Du bei myPension Deine Rentenlücke im Alter, das geht schnell & einfach auf der Website von myPension. Damit bestimmst Du Deinen aktuellen monatlichen Sparbetrag. Nachdem Du ein Konto eröffnet hast, zahlst Du automatisch wie bei jedem Sparplan bei myPension ein. Diese legen Dein Geld dann in ein ETF Weltportfolio nach computeroptimierter Strategie an. MyPension geht hier von einer Mindestrendite von durchschnittlich 6% p.a. aus. Diese ist nicht garantiert, dafür aber nach auch oben offen. Abhängig von der Entwicklung der Kapitalmärkte kannst Du hier also auch deutlich besser abschneiden als vorher gedacht. Laut myPension wurden die durchschnittlich 6% Rendite p.a. in der Vergangenheit in bisher keinem 30 Jahre Zeitraum unterschritten.

 

Ist Dein Rentenalter erreicht, so geht es in die Auszahlungsphase über. Dank einer staatlichen Förderung fallen in der Ansparphase keine Steuern an. In der Auszahlungsphase kannst Du zwischen einer Kapitalauszahlung oder einer lebenslangen monatlichen Rentenauszahlung wählen. In beiden Fällen gibt es deutliche Steuererleichterungen. Das ist ein großer Unterschied zum Do-It-Yourself Sparplan.

 

MyPension gibt den Vorteil gegenüber einigen Rentenversicherungspolicen wie folgt an (Klick auf das Bild für mehr Infos):

Vergleich myPension
Vorteile myPension Nachteile myPension
-Optimierte Strategie, menschliche Fehler minimiert -Kein individuelles Portfolio möglich
-Hohe Flexibilität (Kündigung/Pause/Auszahlung möglich) -Steuervorteile gehen bei frühzeitiger Kündigung verloren
-Geringer Aufwand, sehr einfache Nutzung -Kapitalmarktrisiko, keine Garantie
-Steuervorteil -Hohe Gebühren stehen dem Steuervorteil gegenüber
-Solide Renditeerwartung -Kein Ausnutzen des Steuerfreibetrags

3. Robo Advisor

Robo Advisor sind eine Mischung aus den zwei vorher genannten Möglichkeiten. Es handelt sich dabei um eine digitale Vermögensverwaltung oder Anlageberatung. Ähnlich wie bei myPension wird dabei automatisch nach computeroptimierten Strategien in ETF-Portfolios investiert, die sich je nach Risikobereitschaft im Aktienanteil unterscheiden. Einige Robo Advisor werben zwar mit der Möglichkeit zur Altersvorsorge und z.B. Entnahmeplänen in der Auszahlungsphase, haben jedoch nicht den Steuervorteil einer Rentenversicherung, wie myPension.

 

Dafür haben Robo Advisor meist niedrigere Gebühren. Somit eignen sich Robo Advisor auch vor allem für diejenigen, die möglichst wenig Zeit und Aufwand investieren möchten. MyPension hat zwar gegenüber einem normalen Robo-Advisor mehr Vorteile im expliziten Fall der privaten Altersvorsorge, jedoch kann es z.B. sinnvoll sein, einen Teil in einen normalen Robo Advisor zu investieren, um die steuerlichen Freibeträge auszunutzen.

Vorteile Robo Advisor
Nachteile Robo Advisor
-Optimierte Strategie, menschliche Fehler minimiert -Kein individuelles Portfolio möglich
-Hohe Flexibilität (Kündigung/Pause/Auszahlung möglich) -Kein Steuervorteil der Altersvorsorge
-Geringer Aufwand, sehr einfache Nutzung -Kapitalmarktrisiko, keine Garantie
-Solide Renditeerwartung -Höhere Gebühren als Do-It-Yourself Verfahren

Vorstellbar ist daher auch eine Kombination der genannten Möglichkeiten.