Was ist der Zinseszinseffekt? Warum sich frühes Investieren lohnt

Stellen Sie sich vor, in 5, 10, 20 oder mehr Jahren brauchen Sie eine bestimmte Summe Geld - für die Ausbildung Ihres Kindes, für eine Reise, ein Auto, eine Immobilie, als Altersvorsorge oder einfach für den Fall der Fälle.

Nun sparen Sie kontinuierlich monatlich einen festen Betrag über diesen Zeitraum. Doch was kommt eigentlich am Ende dabei raus?

 

Die Endsumme wird von drei Faktoren beeinflusst:

1. Dem eingesetzten Kapital - logisch: Je mehr Einsatz, desto mehr am Ende.

2. Der erzielten Rendite - ebenfalls logisch: Je höher, desto mehr am Ende.

3. Die Zeitdauer des Sparens - Häufig unterschätzt: Je länger, desto mehr Geld kommt nicht nur über das Sparen zusammen, sondern desto höher fällt auch der Anteil aus, der am Ende durch die Rendite dazukommt. Und zwar exponentiell - durch den Zinseszinseffekt. Doch was ist der Zinseszinseffekt?

 

In fiktiven Beispielen schauen wir uns an, was am Ende rauskommen könnte. Ich unterstelle eine realistische, durchschnittliche Rendite in Höhe von 6% pro Jahr nach Kosten.

  1. Fall:  Monatliche Sparrate 25€, Zeitraum 5 Jahre. Einzahlung: 1.500€. Endsumme: 1.752,97€
  2. Fall:  Monatliche Sparrate 25€, Zeitraum 10 Jahre. Einzahlung: 3.000€. Endsumme: 4.117,47€
  3. Fall:  Monatliche Sparrate 25€, Zeitraum 20 Jahre. Einzahlung: 6.000€. Endsumme: 11.608,78€
  4. Fall:  Monatliche Sparrate 50€, Zeitraum 5 Jahre. Einzahlung: 3.000€. Endsumme: 3.505,94€
  5. Fall:  Monatliche Sparrate 50€, Zeitraum 10 Jahre. Einzahlung: 6.000€. Endsumme: 8.234,94€
  6. Fall:  Monatliche Sparrate 50€, Zeitraum 20 Jahre. Einzahlung: 12.000€. Endsumme: 23.217,55€
  7. Fall:  Monatliche Sparrate 100€, Zeitraum 5 Jahre. Einzahlung: 6.000€. Endsumme: 7.011,89€
  8. Fall:  Monatliche Sparrate 100€, Zeitraum 10 Jahre. Einzahlung: 12.000€. Endsumme: 16.469,87€
  9. Fall:  Monatliche Sparrate 100€, Zeitraum 20 Jahre. Einzahlung: 24.000€. Endsumme: 46.435,11€

Nicht berücksichtigt ist hierbei die Inflation und eine damit verbundene Anpassung der Sparraten nach oben, denn im Laufe der Zeit bekommen Sie mehr Gehalt und können entsprechend mehr Geld beiseitelegen.

Was auffällt: Der Anteil, der durch die Rendite auf die eingezahlte Summe oben draufkommt, steigt umso stärker an, je länger die Spardauer ist. Außerdem ist klar ersichtlich, dass bei gleicher Einzahlungssumme (z.B. 20 Jahre 25€, 10 Jahre 50€ und 5 Jahre 100€, also insgesamt immer 6.000€) die Endsumme selbst bei kleinerer monatlicher Einzahlung, aber längerer Spardauer, sehr viel höher ausfällt. Der Grund hierfür ist der sogenannte Zinseszinseffekt. Bei einer Wiederanlage der Erträge steigt der Gewinn immer deutlicher an.

 

Um den Zinseszins zu berechnen gibt es eine einfache Formel: Anlagebetrag x Zinssatz ^ Zeit. Beispiel: Legen Sie 1.000€ über 10 Jahre zu einem Zinssatz von 5% an und die Erträge ebenfalls immer wieder neu (z.B. bei einem thesaurierenden ETF oder Fonds), dann errechnet sich das ganze wie folgt: 1.000€ * 1,05 ^ 10 = 1.628,89€.

Zum Vergleich: Legen Sie die Beträge nicht wieder an, so erhalten Sie jedes Jahr 50€ Rendite und haben dann entsprechend nur 1.500€ am Ende der Laufzeit.

Bei einem Sparplan ist die Berechnung nicht so einfach, da nicht der gesamte Betrag über die gesamte Laufzeit angelegt wird, sondern immer wieder für eine immer kürzere Laufzeit angespart wird. Nutzen Sie einen Sparplanrechner, um solche Berechnungen durchzuführen.

 

Es ist daher am aller wichtigsten, möglichst früh mit dem Sparen anzufangen und das lohnt sich auch bei kleineren Beträgen. Es bedeutet aber nicht, dass es jetzt bereits zu spät ist. Selbst in relativ kurzen Zeiträumen lassen sich nennenswerte Beträge ersparen. Hätten Sie es gedacht?

Chart zum Zinseszinseffekt bei verschiedenen Sparplänen
Dies ist ein fiktives Beispiel möglicher Sparplan Renditen bei gleichbleibender durchschnittlicher Verzinsung.

Ergebnisse verschiedener Sparraten bei gleichbleibender Sparrate und Rendite (6%). Quelle: Eigene Berechnungen

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