Wie Sie den besten Fonds für Ihren Fondssparplan aussuchen

Mit der Lupe auf der Suche nach dem besten Fonds für den Fonds Sparplan
Den richtigen Fonds zu finden, ist gar nicht so schwer. Bild: Images Money - "Magnifier glass and money"

Einen guten Fonds auszuwählen, bedeutet vor allem, dem Fondsmanager und der Strategie des Fonds zu vertrauen. Denn ohne eine gute Strategie kann ein Fonds langfristig nicht bestehen. Ohne einen guten Fondsmanager, der diese Strategie durchzieht, bringt aber die beste Strategie auch nichts. Fondsmanager wechseln sehr häufig den Fonds, daher werden Sie bei einem langfristigen Fonds Sparplan selten mit demselben Fondsmanager aufhören, mit dem Sie begonnen haben, aber hoffentlich mit derselben guten Strategie. Doch welcher Fonds ist der Beste für Ihren Fondssparplan?

Welcher Fonds passt zu Ihnen?

 

Es ist wichtig, dass ein Fonds zu Ihren persönlichen Vorstellungen passt. Im ersten Schritt des Sparplan-Baukastens haben Sie sich Gedanken gemacht, welche Ziele Sie erreichen möchten und welches Risiko Sie bereit sind, einzugehen. Im zweiten Schritt haben Sie sich entschieden, in einen Fondssparplan anzulegen. Eine gute Wahl.

Mit den folgenden Kriterien finden Sie am besten heraus, ob ein Fonds tatsächlich zu Ihren persönlichen Zielen und Ihren Vorstellungen des Rendite/Risiko-Verhältnisses passt.

Einflüsse auf das Rendite/Risiko-Verhältnis:

  • Anlageverteilung: Der Anlageschwerpunkt (auch Asset Allocation genannt) hat einen sehr großen Einfluss auf das Rendite/Risiko-Verhältnis. Reine Rohstofffonds haben meist das größte Risiko, Aktienfonds ein mittleres Risiko und Anleihenfonds ein geringes Risiko. Bei Mischfonds kommt es auf die Gewichtung an, denn selten ist die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen durchgehend gleich. Je nach Marktsituation kann das Risiko mehr oder weniger erhöht, bzw. verringert werden. Der Risikohinweis in den Anlagedokumenten des Fonds (Wesentliche Anlegerinformationen/KIID genannt) gibt Ihnen Aufschluss darüber, wie der Fonds tickt.
  • Taktische Ausrichtung: Der Name gibt oft schon einen Hinweis auf das Risikoziel: Defensiv und konservativ bedeutet geringeres Risiko. Dynamische, wachstumsorientierte, chancenorientierte und offensive Fonds haben meist ein höheres Risiko. Ausgewogene/balanced Fonds sind in der Mitte. Welche Renditen Fonds in der Vergangenheit erzielt haben, finden Sie ganz unten auf dieser Seite.
  • Regionale und strategische Ausrichtung: Im Gegensatz zur Ausrichtung eines ETFs ist die regionale Ausrichtung kein starkes Kriterium für das Risiko/Rendite-Verhältnis. Denn der Fondsmanager entscheidet letztlich aktiv, ob er mehr oder weniger Risiko eingehen möchte. Trotzdem wird z.B. ein Fonds mit Schwerpunkt auf die Schwellenländer ein höheres Risiko mit sich bringen als ein Fonds mit Schwerpunkt in den Industrieländern. Auch wird ein Aktienfonds, der sich auf kleine Aktien spezialisiert, ein höheres Risiko haben, als ein Fonds mit einem Schwerpunkt auf große Aktien.

 

Weitere Kriterien:

  • Fondsanbieter: Welchem Fondsanbieter vertrauen Sie am meisten? Zwar hat jeder Fondsanbieter nahezu die gleichen Ziele, doch ist die Qualität der Fonds unterschiedlich. Die größeren Anbieter, wie Deutsche Bank Asset Management, Union Investment oder Allianz Asset Management haben generell eine hohe Fonds-Qualität, meist hohe Fondsvolumina, eine große Auswahl und langfristige Ziele. Hier ist die Gefahr am geringsten, dass ein Fonds geschlossen wird, während Sie noch in den Fonds ansparen. Andere Anbieter sind deswegen aber noch lange nicht schlecht. So können diese einzelne Produkte haben, auf die diese Anbieter sehr viel Wert legen. Diese sind deswegen oft besonders gut.
  • Fondsalter: Während das Alter bei ETFs nahezu keine Rolle spielt, hat es bei Fonds einen großen Einfluss auf die Nachvollziehbarkeit der Strategie in der Vergangenheit. Idealerweise existiert der Fonds mit dieser Anlagestrategie bereits einige Jahre, sodass die Wertentwicklung und die Kennzahlen bereits einen fundierten Hintergrund haben und der Fonds auch bereits durch ein paar schwierige Zeiten gegangen ist. Letztlich ist dies eines der wenigen Kriterien, das Ihnen Transparenz bietet, wie verlässlich sich der Fonds entwickelt.
  • Ertragsverwendung: Ausschüttend oder thesaurierend? Ausschüttende Fonds zahlen die Erträge (Zinsen, Dividenden) mindestens einmal im Jahr an die Anleger aus. Legen Sie Wert auf ein regelmäßiges Einkommen, kann das für Sie nützlich sein. Thesaurierende Fonds legen dagegen die Erträge automatisch wieder an. Damit wird der Zinseszinseffekt erhöht.
  • Kosten: Im Gegensatz zu ETFs verlangen Fonds oft einen Ausgabeaufschlag. Das bedeutet, wenn Sie den Fonds anfangs erwerben, kaufen Sie den Wert des Fonds um diesen Prozentsatz höher. Hat ein Fonds einen Ausgabeaufschlag von 5% und einen Wert (NAV = NettoinventarWert) von 100, so kaufen Sie diesen Fonds zu einem Kurs von 105. Damit starten Sie quasi direkt knapp 5% im Minus. Dieser Ausgabeaufschlag lässt sich bei einigen Handelsanbietern reduzieren oder der Fonds hat von vorneherein keinen Aufschlag. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vergütung für das Fondsmanagement. Die Gesamtkostenquote (TER genannt) gibt an, welche Kosten jährlich anfallen. Zusätzlich kann aber z.B. noch eine Performance-Gebühr anfallen, als Gewinnbeteiligung für den Fondsmanager. Alles zusammen sollte nicht zu hoch ausfallen, denn das mindert die Wertentwicklung Ihres Sparplans.
  • Kennzahlen: Wichtige Kennzahlen sind die durchschnittliche Wertentwicklung in den vergangenen Jahren (nach Kosten) und auch der maximale Verlust. In sehr schlechten Phasen, wie der Finanzkrise, wird jeder Fonds Einbußen hinnehmen müssen. Doch wenn ein Fonds bereits in der Finanzkrise existierte und diese relativ gut überstanden hat, ist das ein gutes Zeichen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, dass das in der nächsten Krise ebenfalls so sein könnte.
  • Ratings: Fonds werden von Morningstar, FWW, Lipper und Feri mit einem Rating versehen. So lassen sich Fonds innerhalb einer bestimmten Kategorie miteinander vergleichen. Ein Sparplan-Fonds sollte idealerweise auch ein gutes Rating haben.

 

Mit Hilfe dieser Kriterien können Sie Ihre Fonds-Auswahl einschränken. Auf vielen Seiten gibt es eine Suchmöglichkeit für Fonds mit Filtern zu diesen Parametern. Auch auf den Websites der Anbieter werden Sie fündig, können hier aber keine Konkurrenzprodukte vergleichen.

 

Hier finden Sie Ihren passenden Fonds:

 

Im Folgenden stelle ich Ihnen eine kleine Auswahl an interessanten Fonds zur Verfügung. Dabei handelt es sich um meiner persönlichen Meinung nach interessante Fonds. Dies stellt explizit keine Anlageempfehlung dar und auch keine Werbung, sondern soll Ihnen lediglich Anregungen bieten.

 

 Interessante Fonds:

  • Veri ETF-Allocation Defensive (R): Dieser Fonds ist ein sogenannter ETF-Dachfonds, d.h. er investiert aktiv in ETFs. Aufgrund der niedrigen Kosten der ETFs, in die der Fonds investiert, fällt auch die Kostenstruktur des Fonds verhältnismäßig günstig aus, so hat er z.B. keinen Ausgabeaufschlag. Die große Besonderheit des Fonds ist allerdings seine Wertuntergrenze, d.h. die negative Wertentwicklung innerhalb eines Jahres wird auf -6% begrenzt und im Erfolgsfall nachgezogen. Dies ist zwar nicht garantiert, jedoch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit möglich. Das könnte den Fonds für konservative, sicherheitsorientierte Sparer interessant machen.
  • UniFavorit: Aktien: Ein klassischer Aktienfonds mit 5% Ausgabeaufschlag, hohem Fondsvolumen, recht geringen laufenden Kosten, einem sehr guten Rating und einer sehr guten Performance. Diesen Fonds gibt es schon länger, daher ist eine Schließung in naher Zukunft sehr unwahrscheinlich und das Verhalten des Fonds in der Vergangenheit transparent. Der Fonds schüttet Erträge aus, was gut sein dürfte für Sparer, die ein regelmäßiges Einkommen erzielen möchten.
  • Allianz Strategy 75 - CT - EUR: Ein Beispiel für einen sehr gut bewerteten, wachstumsorientierten und thesaurierenden Mischfonds ohne Ausgabeaufschlag mit relativ geringen laufenden Kosten und sehr hohem Anlagevolumen.